Hallöchen in die Runde 👋🏼
(längerer Text folgt, unten Kurzfassung).

Ich und mein Verlobter haben im November ein Haus gekauft, dass etwas mehr als ein Jahr leer stand. Ich bin ein ziemlicher Neuling, habe nur sehr wenig Erfahrung und möchte gerne so viel wie realistisch aus dem Garten rauszuholen.
Ich lege ehrlich gesagt nicht sehr viel wert auf Zierpflanzen, sondern will essbare Pflanzen anbauen. Der Garten liegt am Hang, immerhin Südseite, soll laut Vorbesitzern in der Tiefe steinig sein. Ein Komposthaufen ist noch nicht vorhanden. Ich habe zudem eine große ungenutzte, helle Werkstatt (aktuell durchgehend 14°C warm) in der ich Pflanzen vorziehen könnte.
Außerdem haben wir auf der Westseite des Hauses einen Balkon mit Pflanzkästen, die bestimmt auch gut für Kräuter oder Salat geeignet sind.
Ich weiß, dass man es auch Insekten und Vögeln gemütlich machen sollte, da die Nutzpflanzen davon auch profitieren. Hier bräuchte ich gute Anregungen.
Ich habe am Wochenende von einigen Freunden und Familienmitgliedern Obstbäume und Sträucher geschenkt bekommen, von denen ich nicht wirklich weiß, wie ich am besten vorgehe, damit sie anwachsen und bestenfalls überleben.
Genauer: Einen Pfirsichbaum (Saturn), eine Süßkirsche (Sunburst), Stachelbeeren (gelb, keine genaue Sorte bekannt), Brombeeren (Black Satin) und Himbeeren (keine Sorte bekannt).
Außerdem möchte ich gerne Gurken, Salat, Kräuter, Tomaten, Kartoffeln und Karotten anbauen.
(Ja ziemlich viel auf einmal, aber bei den Preisen für Obst und Gemüse, ist es einen Versuch wert 🫤).
Der Garten wirkt auf den Fotos auch kleiner, als er tatsächlich ist und geht hinter dem Haus weiter.

Meine bisherige Erfahrung beschränkt sich auf folgende Projekte:
– Kartoffelanbau und Basilikumvermehrung auf dem Balkon der letzten Wohnung
– Anbau von vorgezogen Zucchini, Speisekürbis, Salat, Kirschtomaten, Petersilie und Erdbeeren auf der Arbeit mit meinen Klienten. Alles in Hochbeeten oder Töpfen. (Allerdings haben die Erdbeeren keine Früchte getragen).
– hier und da etwas Erntehilfe und Gartenpflege bei Familienmitgliedern

Bisher habe ich mich nie wirklich genauer mit den optimalen Bedingungen und den Bedürfnissen der Pflanzen auseinander gesetzt und Erfolge scheinen Glückssache gewesen zu sein.
Ich habe noch nie einen Kompost(haufen) oder ein Beet angelegt und kenne keinen, der mir wirklich gute Tipps geben kann. Ich kann beim Nachbarn eine elektrische Sense ausleihen.

Kurz gesagt:
Ich kann wirklich jeden Tipp gebrauchen, ob zu den Obstsorten, der Anzucht von Gemüse, Düngung oder der Nutzbarmachung von verwilderten Flächen am Hang.

Vielen Dank ☺️

Von: Lion-08

7 Comments

  1. Straight-Wave-5257 on

    Herzlichen Glückwunsch. So ein Gartenneuling bist du ja nicht.

    Wenn noch Geld nach dem Hauskauf übrig ist würde sich ein guter Gartenbauer empfehlen, der fürs erste mal alles aufhübscht, berät und gemeinsam nach deinen Wünschen vernünftig plant. Nach einem Angebot könnte man bestimmt bei ein paar Postionen in Eigenregie mithelfen.

    Ansonsten klein anfangen was in deinem Fall evtl. Nicht möglich ist, da schon jede Menge Sträucher und Bäume in den Boden wollen.. Plan machen. Sonst kommt schnell Frust auf.

  2. PangolinEmotional358 on

    Bezüglich der Pflanzen bin ich auch noch ein ziemlicher Neuling. Aber zu den Tierchen kann ich dir Tipps geben. Wenn es möglich ist, dann legt euch eine kleine Trockenmauer, die am besten den ganzen Tag von der Sonne angestrahlt wird. Das lockt Glühwürmchen an. Die haben sowieso schon wegen der Lichtverschmutzung zu kämpfen und finden kaum noch Partner. Dein Vorteil im Garten: die Larven bleiben 3 Jahre lang in dem Stadium und fressen sowohl Nacktschnecken, als auch Gehäuseschnecken. Und es sieht toll aus, wenn es im dunkeln leuchtet. Ansonsten währe noch ein Fledermauskasten und/oder Käferkeller toll für die zukünftigen Garten Mitbewohner.

  3. thinkingoflemons on

    Hey, also da ist mein Moment gekommen, dir auf tiktok den Account [@dasmassivholzhaus](https://www.tiktok.com/@dasmassivholzhaus?_r=1&_t=ZT-942mAk0MPq2) zu empfehlen.

    Da geht es darum, was man bei der Gartenplanung beachten soll, sie geht auf grundrisse ein und gibt Tipps, wie wie man den Garten anlegt. Es geht mehr um Bedarfs- und Standortanalyse als um pinterest-ideen.

    Sie selbst hat einen wunderschönen Garten wie ich finde. Man muss es ja nicht genau so machen, aber ihre Tipps sind gold wert. Ich liebe ihren Account.

    Edit: ich hoffe du kannst mit reiner Konzeption auch etwas anfangen. Falls du es auch optisch schön haben willst 🙂

  4. MarchImmediate1861 on

    Ich wurde eine Bodenanalyse machen, gibt Baumärkte, Gärtnereien etc. die so etwas für den schmalen Taler manchmal anbieten. Darüber hinaus gibt es gute Fachliteratur zu dem Thema.

    Darüber hinaus kann ich dir folgende Seite (gibt es auch als App) empfehlen. https://www.naturadb.de dort kannst du dir die entsprechenden heimischen Pflanzen passend zum Standort aussuchen.

  5. JamesOderMadamGruen on

    Je nachdem was Dir liegt, nimm Dir Stift und Zettel oder eine App und skizzieren Deinen Garten. Schau genau hin. Wo taut jetzt der Schnee als erstes, wo werfen Bäume Schatten, wo bleiben Pfützen am längsten stehen?

    Gehe durch den Garten und bestimme die Pflanzen die da schon stehen. Es gibt jede Menge Zeigerpflanzen, die Dir schon viel über den Boden, die Nährstoffe etc. Verraten können. Mach Fotos von den Pflanzen als Gedankenstütze und Vergleichsmöglichkeit für später.

    Gehs langsam an. Idealerweise lernst Du den Garten erstmal ein Jahr lang kennen wie er ist. Bis dahin hast Du Zeit rauszufinden auf welche Art Du Gärtnern möchtest, denn es gibt unzählige Ansätze.

    Als erstes würde ich mir hochwertige große Plantbags, große Blumentöpfe oder Mörtelwannen besorgen. Ab 10liter wird’s interessant, über 50l würde ich grad nicht gehen. Dort kannst Du die Sträucher zwischenlagern. Sind die Pflanzen Wurzelnackt müssen sie sofort in den Boden. Kommen sie von draußen sollten sie möglichst kühl, hell und Frostfrei stehen. Am besten nur knapp über Null Grad. Nimm einfach erstmal Erde aus’m Gartenmarkt. Sie sollte unbedingt Torffrei sein wenn du’s etwas nachhaltig machen willst (Trockengelegte Moore = Torfabbaugebiet = CO2 Schleuder vom feinsten bis zur Wiedervernässung und Regeneration). Es gibt unzählige Erden, nimm eine einfache Komposterde z.B.

    Nächster Stepp jetzt vor der Planung: besorge Dir möglichst abgelagerten Pferde-Mist. Ruhig drei vier Schubkarren voll und schmeiß die erstmal abgedeckt irgendwo an den Rand wo sie dich nicht stören.

    Dann schauste nach nem guten Standort für nen Kompost. Wo steht er Halbschattig bis schattig, und wo st er nicht gerade einer künftigen Hängematte oder Sitzecke im Weg? Wie groß darf er sein ohne zu stören? In der Regel lohnen sich 2-3 Kompostabteile mit jeweils mindestens 80cm Kantenlänge. Je kleiner desto mehr Arbeit hast Du damit, je größer, desto stabiler läuft er, desto weniger stinkt er ggf. Mal und desto nützlicher ist er für Dich und die Natur.
    Dort wo Du den Kompost hin haben möchtest gräbst Du erstmal 20cm Boden ab (und nimmst den vermischt mit dem gekauften Kompost für die geschenkten Sträucher/Bäume). Diese Kuhle füllst Du mit Kieseln, Steinen, Ziegelbruch oder was immer ihr da so habt um eine kleine Dränage hin zu bekommen. Darauf kommt der Komposter. Entweder du kaufst Dir einen hochwertigen oder ihr baut euch einen. Da gibt’s diverse Anleitungen zu. Oder ab 1500qm Garten ist auch nicht mehr relevant, da reicht auch einfach erstmal ein wilder Haufen ohne Komposter und Begrenzung. Materialtechnisch kommt dort als erstes grober Baumschnitt, Äste Zweige etc. drauf. Und Anschließend alles was an Schnittgut aus’m Garten zusammenkommt, sowie der ungesalzene Bioabfall aus der Küche- mit Ausnahme von tierischen Produkten (Vermeidung Schädlingsbefall z.b. Ratten) und stark gespritzten Schalen wie konventionellen Zitrusfrüchten (sonst bekämpfst Du die Nützlinge, die Dir den Müll zu Wertvoller nährstoffreicher Komposterde zersezten).

    Jetzt schauste Dich in Ruhe um und informierst Dich idealerweise welche der vorhandenen Pflanzen und Kräuter kannst Du jetzt schon ernten. Ein großer Teil der scheinbaren Unkräuter lassen sich prima in der Küche verwenden, und sind besonders im Frühjahr eine perfekte, sehr gesunde, kostenlose Nahrungsquelle v.a. für Aufläufe, Suppen, Salate und Tees. Was anfangs ungewohnt und herb schmeckt wird mit der Zeit durchaus Lieblingsspeise wenn man offen ist. Zudem sind die meisten davon mit Entzündungshemmenden, oder verdauungsfördernden Stoffen ausgestattet sowie mit vielen Vitaminen und Mineralien. Vieles davon findet sich mittlerweile kaum noch in dem was man im Supermarkt kauft, denn man hat ihren Wert sehr lange verkannt. Viele erkennt jedes Kind- dazu zählen natürlich so gesunde Eiweißquellen wie Löwenzahn und Brennessel, aber auch Taubnessel, Gundermann und Gänseblümchen.

    Jetzt ist’s vermutlich langsam warm genug draußen, so dass Du die geschenkten Pflanzen einsetzten kannst. Schau Dir dazu Anleitungen an. Ist nicht schwierig.

    Dann nimmste den Mist und füllst ihn handbreit zusammen mit Erde in einen großteil der gekauften Pflanzsäcke. Dichte Gefäße wie Mörteltruppen brauchen unbedingt Drainagelöcher, denn nichts bringt die meisten Pflanzen zuverlässiger um als dauerhaft stehendes Wasser. Auf den Mist kommt ne handbreit Erde, gut durchmengen und dann kannste darauf alles mögliche an Starkzehrern wie z.b. Tomaten und Zucchini Pflanzen. Möhren sind idR. Zicken, die würde ich fürs nächste Jahr lassen. In Gefäße ohne Mist kannst Du Salate, Mangold und andere Schwachzehrer (brauchen wenig Nährstoffe) setzten. Kauf Dir fürs erste Jungpflanzen aufm Bauernmarkt oder in der Gärtnerei, Du hast die nächsten Jahre mit dem Garten und Haus allerhand voll zu tun. Die eigene Anzucht machste besser erst wenn du Ruhe hast. Tomaten und co. Kommen erst nach den Eisheiligen raus, denn bei Nachtfrösten gehen sie sonst ein.
    Jetzt stellste die Plantbags dorthin, wo Du meinst, dass es gut sein müsste. Stellst Du im Laufe des Jahres fest, dass Du ausgerechnet die Tomaten in den Feuchtesten Winkel gestellt hast, nimmste den Plantbag und stellst sie an einen Trockeneren passenderen Ort. Steht der Salat zu trocken kann auch der dann unsortiert werden. So kannst Du dich an gute Standorte rantasten ohne Dich festzulegen.

    Weißt Du sicher wo das Gemüsebeet hin soll, beschäftigst Du dich am besten mit der ‘No Dig Methode’. Die spart Dir viel Arbeit und ist Grad so in, dass Du schnell alles relevante dazu findest. Das lässt sich auch prima mit dem Kartoffelanbau kombinieren, aber auch die können erstmal in Töpfen und Plantbags wachsen.

    Alles weitere kommt mit der Zeit. Vergiss nicht den Garten zu genießen. Pflanzen bringen einem eines ganz sicher bei: Vergiss den perfekten Plan, jede Pflanze tickt anders, jedes Jahr ist anders, das Zeug wächst am besten so wie’s das selbst will. Du kannst dagegen Arbeiten und Deinen Willen durchsetzten, aber dann hast Du weniger davon.

    Verzichte auf Pflanzenschutzmittel, nutze organischen Dünger und fördere die Arten- und Formenvielfalt im Garten, dann wirst Du auf lange Sicht einen tollen Garten mit sehr guten Erträgen ohne ein Übermaß an Schädlingen haben.

    Edith: hups… Soviel zu längeren Texten… Have fun!

    Edith2: das wichtigste fast vergessen: sammle soviel Regenwasser wie möglich, Du wirst es im Sommer spätestens brauchen.
    Außerdem ist das Wilde Gestrüpp da ggf. So etwas wie eine extra angelegte, wertvolle Wildblumenwiese. Das wäre super wenn du die erhalten und Pflegen würdest. Dort ist dann eher die Challenge möglichst keine Nährstoffe rauf zu bringen, denn je weniger Nährstoffe die hat, desto bunter, schöner und wertvoller wird sie.
    Teich, Vogelhäuser, Igelburgen, Käferkeller, Sumpfbeete, Drachenburgen und Bienennisthilfen wie Sandflächen und Lehmwände sind weitere tolle Stichworte, über die man sich Gedanken machen kann.

  6. Ich empfehle Stück für Stück machen. Nicht alles auf ein mal. Einen Garten kann man gemütlich über Jahre gestalten und es ist toll, wie sich jedes Jahr etwas tut und ein Stück weit verändert.

    Am besten ist einfach anfangen. Hinsetzen und die Fläche aufzeichnen zum Beispiel. Überlegen wo man was haben möchte. zum Beispiel sagst du ihr habt einen Hang. Wieviel Sonne kommt da hin? Hier könnte zum Beispiel ein super Magerbeet (Zierbeet) sein. Für Gemüse würde ich eine geradere Fläche nehmen. Was wollt ihr am Rand haben? Eine Wild-Misch-hecke fände ich persönlich toll mit Saumpflanzen darunter.

    Erst mal nur die Flächen an sich planen und dann überlegen was man dahin machen könnte. Keine Angst haben Fehler zu machen. Macht man eh. Man muss ausprobieren und nächstes Jahr dann ggf ändern.

  7. Aware-Explanation206 on

    Hey! Das klingt nach viel Potential. Du musst tatsächlich auch viel austesten. Tips kriegst du viele. 😉

    2 wichtige Dinge zu deinen geschenkten Pflanzen: den Pfirsich würde ich am besten nah am Haus, dass die Wand Wärme und Licht reflektieren kann – das sollte ihm gut tun. Und dann die himbeere unbedingt mit wurzelsperre (1 Meter tief) oder gleich im Topf lassen bzw in großen Topf pflanzen.

    Du hast gute Ideen. Probier dich aus, mach weiter was klappt und lass das was nicht hinhaut erstmal sein. Und bleib flexibel. Man kann im garten vieles auch wieder umpflanzen, ist also alles relativ. Oder Salat zb wird schnell komplett Schneckenopfer. Sowas ist nervig aber mit mischkultur lauft immer irgendwas. Jedes Jahr wird anders. Mal klappen Tomaten, mal gurken.

    Viel Spaß! 🙂

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