Hallihallo,
wir bräuchten mal ein paar Tipps. Auf dem Bild zu sehen ist unser Grundstück. Die Fläche hinterm Haus beträgt ungefähr 700m2. Wir haben uns dazu entschieden, diese Fläche aufzuforsten und einen kleinen Privatwald anzulegen.
Wir haben allerdings gar keine Ahnung wie wir das anstellen sollen.

Kurz zur aktuellen Beschaffenheit:
Das Grundstück ist bereits umrandet von verschiedenen Laub- und Nadelbäumen, somit wachsen auch überall rundherum kleine Ableger, die man umsetzen könnte (Weide, Birke, Eiche, Fichte, Tanne). Die Fläche, die neu bepflanzt werden soll ist ziemlich festgefahren, da diese vom Landwirten mitgemäht wurde.

Nun unsere (vielen) Fragen:
– Muss der Boden aufgelockert werden, bevor wir pflanzen können?
– Welche Bäume, Büsche usw harmonieren gut miteinander und haben den größten ökologischen Nutzen?
– Zu welcher Jahreszeit fangen wir am besten an?

Haut gerne alles raus, was euch in den Kopf kommt. Wir sind für jeden Tipp super dankbar 🙂

Von: No_Tell_675

12 Comments

  1. Ich bin zwar kein Gärtner, würde mich allerdings an den bestehenden Bäumen orientieren. Platz zwischen den Setzlingen lassen und diese dann einzäunen um she gegen Wild fraß zu schützen. Vielleicht etwas düngen. Auflockerung sollte für den Anfang iO sein, damit das Wasser besser fließen kann. Und dann braucht es (viel) Zeit.
    Je nach Feuchtigkeit und in absehbarer Zeit mehr Dürre Jahren, nutzt an wahrscheinlich mehr Bäume die weniger Wasser benötigen.

  2. Am Boden müsst ihr nichts machen. Wenn ihr von den Bäumen rundherum Naturverjüngung habt, reicht es aus, diese in den nächsten Jahren vom Gras freizuschneiden. Das ist halt eine relativ kleinteilige Arbeit. Wenn das wirklich Wald werden soll, werden sich da keine Büsche oder Hecken etablierten. Die gibt es nur am Waldrand, im Feld oder an Standorten, die für Bäume aus anderen Gründen ungünstig sind.

  3. Mucker-4-Revolution on

    Spaßeshalber würde ich mal heimischen Bäumen den vorrangigen Teil geben & dann ein wenig „europäisch“ Fremdgehen.

    Freunde haben zum Beispiel im Urlaub Samen/Setzlinge „organisiert“ & diese im heimischen Grund angesiedelt. Da ist einiges angegangen & hat heutzutage schon saubere höhen erreicht.

  4. Heinrich_Tidensen on

    Auch wenn es ein kleines Waldstück wäre, wäre diese Frage in r/Wald gut gestellt.

    Hängt klar davon ab, wo sich dieser Flecken befindet. Du schreibst von Bäumen drumrum, sind das geschlossene Waldflächen und euer Grundstück mittendrin oder sind das auch nur Feldgehölze mit wenigen Meters Breite?

    Wie ist der Boden an sich beschaffen? Von lehmig/schluffig bis zu sandig? Und die Feuchtigkeit? 
    Das entscheidet über die optimale Artenauswahl.

    Die beste Jahreszeit ist schon vorbei, das war der Herbst. Jetzt im kommenden Frühling ist der zweitbeste. 

    Bodenbearbeitung macht Sinn, aber auf einer so kleinen Fläche wird das schwierig mit ordentlicher Tiefenarbeit, da schweres Gerät da kaum rangieren kann und für diesen Zweck überproportional teuer. Fräsen sollte als Maßnahme reichen. 

  5. holzkopfausbasalt on

    Bevor ihr da Arbeit reinsteckt: als was ist die Fläche denn gewidmet? Wenn das als Grünland läuft, dürft ihr das nicht einfach geschlossen bepflanzen.

  6. Complex-Charity-5954 on

    Ich würde zunächst Rücksprache mit dem zuständigen Regionalforstamt halten. Es ist durchaus möglich das dafür eine Erstaufforstungsgenehmigung notwendig ist. Die können euch auch zur Artenzusammensetzung etc. beraten.
    Eine Streuobstwiese mit einem lockeren Saum aus Heckengrhölzen ist definitiv mit weniger Aufwand zu realisieren. Dann bleibt das Grundstück insgesamt offener und ist für Vögel, Kleinsäuger und Insekten attraktiver als ein geschlossenes Wäldchen.

  7. Noktis_Lucis_Caelum on

    also ich würde da mal mit einem Förster sprechen oder mit jemandem der Wald hat, was die beste Vorgehensweise ist. 

    auf jeden Fall genug Platz zwischen den Setzlingen lassen.

    ich würde den Boden auch auflockern, bspw mit einem Pflug, damit die Wurzeln der Setzlinge es leichter haben.

    ein bisschen kalk schadet eigentlich nie, weil der die Bodenqualität verbessert. ich bin mir bei Bäumen nicht sicher, aber Horndünger wäre auch eine Überlegung wert, viel Stickstoff und das lässt Pflanzen in die Höhe schießen 

    mein Vater hat Obstbäume immer im Herbst gesetzt, ob das bei anderen arten auch die beste Vorgehensweise ist, weiß ich nicht.

    hier ist ein Tipp meines Vaters: nach Stürmen den Boden im Privatwald mit dem Pflug aufreißen. in älteren Wäldern sieht man teilweise noch die Spuren und da stehen die Bäume auch in einer Linie.

    bei der Auswahl der Bäume wirklich am Umfeld orientieren. ein Mischwald wäre hübsch 

  8. Parking-Signature296 on

    Nur eine Idee: vielleicht ist ein Waldgarten ja auch was für euch? Dann könntet ihr noch etwas Obst und Kräuter ernten wenn ihr möchtet. Genug Platz für die ein oder andere Nutzpflanzen hättet ihr ja 🙂

    Wichtig ist glaube ich bei euch nur, dass ihr die jungen umgepflanzt en Bäume vor Fressfeinden schützt. Ich mache das meistens mit etwas Hasen Draht den ich um drei Stöcke im Boden wickle.
    Wenn ihr die kleinen Bäumchen woanders ausbuddelt, möglichst große Wurzelballen mit ausgraben und das Pflanzloch nicht zu klein graben, dann kann eigentlich gar nichts schief gehen. Wird bestimmt richtig schön bei euch

  9. Mal über eine Streuobstwiese nachgedacht. Die haben mit den höchsten ökologischen Wert.
    Dafür gibt es auch einen Topf mit EU-Fördermittel, von dem du was beantragen kannst.

  10. derrosadrecksack on

    Trauerweide und Blutbuche, Blutahorn sind sehr geil. Ich bin auch ein Fan ( und nun werde ich runtergevotet) vom Essigbaum..sieht geil aus…aber fast nicht einzuhegen.

  11. TheSaltySeagull87 on

    Ok, hier sind viele tolle Ideen bei. Bin ich mal der party pooper und schmeiß dir jetzt mal ein paar § um die Ohren. Du hast jetzt nicht deine Region hier mitgeteilt deshalb würde ich mich an deiner Stelle einfach mal schlau machen.

    1. § 10 Bundeswaldgesetz Thema Erstaufforstung.

    2. § 30 BNatSchG Du schreibst was von Moor. Das kann unter Umständen ein gesetzlich geschütztes Biotop begründen.

    3. § 34 BNatSchG Natura 2000 / FFH- & Vogelschutzgebiete

    4. Außenbereich vs. Innenbereich Stichwort Grundstück/BauGB

    5. Grenzabstände für Bäume/Sträucher sind Ländersache (Nachbarrechtsgesetze) unbedingt beachten, sonst gibt’s später Ärger

    6. Verkehrssicherungspflicht (ich weiß, ich weiß, noch steht kein Baum. Irgendwann aber schon.)

    7. Weiß der Landwirt Bescheid? Nicht das der noch kommt und später eure Setzlinge zu Hackschnitzel verarbeitet. Was ist mit Pacht? Bewirtschaftungsrechte?

    Manche schreiben was von Pflügen. Absolut nicht. Das schadet mehr als das es hilft. Es zerstört Bodengefüge, Bodenleben, bringt massenhaft Wildkräuter an die Oberfläche, kann den Boden austrocknen und bei dir zur Mineralisierung beitragen. Außerdem könnt ihr euch durchs Pflügen eine Sperrschicht bauen. Das heißt je nachdem wie lange der Bur da schon gemäht hat ist die Verdichtung tiefer als ein Pflug greift. Dann habt ihr 2 Bodenschichten. Oben schön locker und unten Staunässe.

    Die größte Konkurrenz für Jungbäume sind übrigens Gräser. Da kommt auch Pflege auf euch zu. Und das auf 700m² ist schon Arbeit.

    Macht erstmal eine Bodenprobe. Macht Spatenproben (30-40cm tief) um zu sehen wo euer Wasser ist, wie die Verdichtung ist und wie die Grasnarbe aussieht.

    https://www.landwirtschaftskammer.de/verbraucher/garten/gartentipp039.htm

    Edit: IbkA

  12. sissysubslave64 on

    Ich würde eine Mischung aus Nadel- und Laubbäumen setzen. Iwo bissl zum Ende ne kreisrunde Lichtung, so 8 Meter Radius als Blumenwildwiese….wegen den Bestäubern. Evtl. ein paar dankbare “Obst” Bäume rein, wie Zitronenquitte.. und Birne geht auch immer. Einen Nussbaum…für Eichhôrnchen und Gesellen…noch was Igel freundliches…denn die Mampfen dir die Wegeschnecken weg.
    Auch drauf achten wie im Herbst die Laubfarbe sich ändert, damit Du ne hübsche Mischung hast.

    Evtl. nen geschwungen Weg anlegen und da mal ein Erdkabel drunterwerfen.
    Die besten Anregungen bekommste in Schloßparks…oder botanischen Parks. Mangolie z.b. sieht auch nice aus. Mandelbäume blühen nett.

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